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Bring it on, 2017!

Wie lange nach Silvester kann man eigentlich ein Frohes neues Jahr wünschen? Ich melde mich auf jeden Fall zurück (zurück aus der Weihnachtspause, zurück in München) und habe ein paar letzte Worte zu New York im Gepäck.

Ja tatsächlich, die zehn Wochen im Big Apple sind wie im Fluge vergangen. Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich wieder auf meiner heimischen Couch. Pünktlich zum Wintereinbruch in New York und in München habe ich die Seiten des Atlantiks gewechselt und erfreue mich jetzt am Schnee im Englischen Garten anstatt im Central Park. Wie einige bereits festgestellt haben, sind meine New York Diaries nach Woche 5 ausgefallen, aus vielen Gründen, die teilweise Ausrede, teilweise gute Entschuldigungen sind. Zwischen neuen Freunden und alten Freunden, dem ersten Schnee, Ubahn-Chaos, Redaktionschaos, Abgabeterminen und Winterschlaf fiel es mir schwer, alle Eindrücke aufzuschreiben. Manchmal muss man Dinge einfach für sich behalten. Dafür gab es auf Instagram konstant Input aus dem Big Apple. Über Weihnachten und Silvester habe ich dann Besuch von meinen Liebsten bekommen und mir eine wohlverdiente Pause gegönnt.

Back in Munich, back at the office, back in real life, möchte ich euch aber trotzdem noch ein paar finale Eindrücke aus New York mitteilen, eine Stadt, zu der ich nach zehn Wochen eine intensive Hassliebe pflege, eine Stadt, von der ich stolz bin sie für eine so lange Zeit Zuhause nennen zu können, local gewesen zu sein in Harlem Hood & everywhere else, aber von der ich auch froh bin, sie erst einmal hinter mir lassen zu können. Vielen werden meine Worte unrealistisch und undankbar vorkommen, einige werden mich womöglich als verrückt erklären, aber ich reihe mich ganz klar nicht in die Riege der Leute ein, für die New York „die toooollste Stadt der Welt“ ist (nein, dieser Platz ist nach wie vor ganz klar für Sydney reserviert). Sagen wir: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Social Media, Fashion Week und Sex and the City zeichnen eine Stadt die sprüht vor Kreativität, tollen Cafés und teuren Läden. Ach, und diese super Kulissen! Gelbe Taxis, Wolkenkratzer, alte Gebäude, vollgestopfte Supermärkte und die charmanten Delis um die Ecke, die einzigen Orte, an denen die New Yorker nicht nice as fuck sondern eher grummelig zu einem sind. Ja, all das stimmt. Aber es gibt auch ein New York abseits der glänzenden Seiten, die man als Tourist sieht, gerade wenn man sich außerhalb der hippen Viertel wie Chelsea, Williamsburg, East und West Village und dem für die Touristen gehegt und gepflegten Midtown bewegt. Wo es einen anschreit, dass der American Dream eben doch nur in Wahlkampagnen, Songtexten und Schulbüchern toll klingt und dass New York nur die Stadt ist „where dreams are made of / there’s nothing you can’t do / now you’re in New York“ – wenn man genug Geld oder einen gute Sponsor hat. Wenn man bequem mit Taxi und Uber zu den hippen cleanen Cafés fahren kann (okay, nichts gegen hippe Cafés) und sich dem Elend im Untergrund, das sich schon morgens wohlstinkend und betrunken am blanken Hintern kratzt, entziehen kann.

Natürlich will ich niemanden hier sein Bild von New York zerstören oder mich auf ein Besserwisser-Level heben. Ich kann nur die ewige Lobhudelei des Big Apples nicht mehr hören. Genauso wenig wie die vorwurfsvollen Blicke, wenn man diese Traumstadt etwas kritischer beäugt. Auch ich hatte bei dem Helikopterflug Gänsehaut, vor allem wenn sie dann in bester Marketing-Manier noch Alicia Keys auf die Kopfhörer bringen. Jaja. Trotzdem hat mir meine Zeit in New York gezeigt, dass ich mich glücklich schätzen kann mit dem was ich habe (und ja, auch für die Möglichkeit, diese Zeit erleben zu dürfen), dass mein Herz einfach an München hängt und dass, sollte ich eines Tages ein One-Way-Ticket plus Visum geschenkt bekommen, mich das Flugzeug sowasvon sicher nach Down Under bringt.






Das ist übrigens der einzige Look, den ich in New York fotografiert habe, mangels Zeit, gutem Wetter, Fotografen, wegen zu vieler Touristen und später dem Kälteeinbruch. Wenn man sich eine New York Yankees Cap kauft, dann natürlich in New York. Die Cap ist für mich wohl das Equivalent zu den I love NY Sweatern (und sobald ich sie in meinem Besitz hatte, habe ich überall Leute mit der Cap gesehen..) und das einzige Souvenir, das ich aus den USA mitbringe. Ich finde die Kombi aus sportlicher Kappe und Klunker-Ohrringen total super. Und ja, der Pullover muss so groß. Ich liebe ihn so sehr, dass ich ihn nach einem Mascara-Tränen-Unfall einfach noch einmal gekauft habe. Ich lebe in diesem Pullover. Ein bisschen Farbe hat noch niemandem geschadet, oder?

New York, the city that never sleeps .. schläft sehr wohl, vornehmlich in der Ubahn. Während ich mich anfangs noch gefragt habe, wieso alle rund um die Uhr so müde sind, weiß ich mittlerweile: New York hat einfach so viele Reizeinflüsse, die einen erschöpfen, selbst wenn man gelernt hat, das ganze Blingbling, die Sirenen und die Menschenmassen auszublenden. Und die Ubahn schunkelt einen so schön in den Schlaf ..
– if you want to see men queueing for the bathroom (just for the justice of it), go to Chelsea Market
Carrie Moments: meine US-Nummer war eine (347)-Nummer. Genau wie Carries neue Nummer im SATC-Film. Es war nicht direkt Fleet Week, aber ein paar Matrosen gab es einen Tag tatsächlich, die an der roten Ampel die Gunst der Stunde nutzten. Und dieses unbequeme Gefühl, seine Schuhe vor der Tür auszuziehen und stehenlassen zu müssen, kommt SATC-Fans womöglich auch bekannt vor
– Ja, in New York kann man immer was erleben, auch sonntags um 23 Uhr. Die Happy Hour beginnt nicht umsonst schon unter der Woche um 16 Uhr. Die New Yorker Zeitrechnung ist eine ganz andere als die deutsche (speziell die christlich-bayerische). Das macht New York schnell zum Zentrum der FOMO (=fear of missing out). Wer mal einen Abend zu Hause bleiben will, braucht entweder eine gute Entschuldigung, eine Erkältung, oder eine süchtigmachende Serie auf Netflix
– New York ist laut, grell, freundlich und aufregend. Wenn man weiß, wo man hingehen und wo man lieber nicht hingehen sollte. Abschließend lässt sich sagen: Die Zeit in New York waren die aufregendsten und anstrengendsten Monate meines Lebens bis jetzt.

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