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New York Fashion Week AW17

Von Blizzard zu Frühlingswetter: In New York mussten die Street Style Stars für alles gewappnet sein. Meine persönlichen Hut-Highlights aus dem Big Apple

Auch wenn man es in meiner Lieblings-Auswahl nicht sieht, während der New York Fashion Week hatten Journalisten und Blogger mit erschwerten Wetterbedingungen zu kämpfen. Denn pünktlich zum Start am 9. Februar brach ein Blizzard über New York City herein und brachte wohl so manches Kleidungskonzept durcheinander – die ganz Mutigen stapften trotzdem in ihren High Heels oder Gucci-Schlappen durch die Schneemassen. Vor allem aber bestimmten die Temperaturen auch das Hut-Bild der Fashion Week: Beanies und Caps dominierten die Street Styles ..

Mein absolutes Show-Highlight war die Kollektion von Marc Jacobs. Nicht nur, weil er auf die gute alte Hiphop Ära setzte, die so wunderbar in die Straßen New Yorks passt (wo ein Teil der Show übrigens stattfand). Sondern auch, weil er ein ganz klares Zeichen setzte: Denn während der Show in der Location herrschte striktes Handy-Verbot, die Models liefen ohne Musik über den endlosen Runway, an dem entlang lediglich Klappstühle aufgereiht waren. Einzig und allein die Kollektion stand im Mittelpunkt (die zwar nicht gerade alltagstauglichen aber trotzdem fabelhaften Hüte waren übrigens von Stephen Jones aus London). Seine Show beendete er damit, dass die Models auf der Park Avenue Platz nahmen, jedes mit einem Handy vor dem Gesicht – ironisch, oder? So muss sich Marc wohl während seiner letzten Shows gefühlt haben, weil es schon lange nicht mehr um das Wesentliche zu gehen scheint, sondern nur noch um die Selbstvermarktung der Frontrow-Blogger. Hier ein Selfie, da ein Snap – aber nicht mit Marc Jacobs.

Natürlich war es ein wahnsinniger Fortschritt, dass auch Fashion-Begeisterte ohne Einladung zu den Shows Einblicke in die neuen Kollektionen bekommen konnten, Snapchat und verschwommenen Instagram-Fotos sei Dank, doch offenbar hat der Handykonsum in den letzten Jahren Überhand genommen. Ich persönlich finde es wahnsinnig toll von Marc Jacobs, einem die bittere Wahrheit so ins Gesicht zu reiben. Und dieses Dauer-Online-Amargeddon droht natürlich nicht nur auf der Fashion Week, sondern ist allgemein auf unser Leben übertragbar. Bitte einfach mal den Augenblick genießen, sich voll und ganz konzentrieren, genau hinschauen: und zwar nicht durch das Display eines Handys. Lesson learned. Danke Marc!

Hier sind meine Lieblings-Hüte & Styles aus New York:

Und noch etwas funktioniert in New York so wunderbar wie sonst nirgends: Meinung machen, auf die Straße gehen, für eine Sache kämpfen. Gerade in Trumpschen Zeiten toben die New Yorker (auch während meiner NY-Zeit gab es genug Märsche, stille Proteste und tolle Aktionen wie die Post-it Therapy Wall in der Metro Station 14th Street). Dass Mode auch politisch sein kann, bewies schon Vivienne Westwood. Auch Dior geht jetzt mit bedruckten T-Shirts stark voran – das „We Should All Be Feminists“-T-Shirt ist so simpel wie wirksam. Wenn es nicht 550€ kosten würde und limitiert wäre, wäre es womöglich noch wirksamer. Und Blogger und Street Style Stars nutzen die mediale Aufmerksamkeit am Rande der Fashion Week, um für die Werte der Demokratie einzustehen. BIG TIME LOVE.

Credit Header, Top: Getty Images

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